Willem

Bernhard Willem Holtrop, geboren 1941 und bekannt unter dem Künstlernamen Willem, hat die gesamte Entwicklung von „Charlie Hebdo“ seit den Anfängen als Folgezeitschrift von „Hara-Kiri“ mitgestaltet. Er wirkte als Zeichner bei der Satirezeitschrift „L’Enragé“ sowie bei der Monatsausgabe „Hara-Kiri L’Hebdo“ mit.

Der Niederländer absolvierte von 1962 bis 1967 eine Kunstausbildung in seinem Heimatland. Er war ein Mitstreiter der Provo-Bewegung in den Niederlanden und gründete das satirische Magazin „God, Nederland & Oranje“, das jedoch nach neun Ausgaben wieder eingestellt wurde. Willem war zudem ein wichtiger Impulsgeber für die Entstehung der Undergroundszene in den Niederlanden. Große Künstler, wie etwa der Zeichner Joost Swarte, waren stark von seiner unabhängigen künstlerischen Haltung inspiriert. Auf diese Zeit geht auch sein Kultmagazin „Wipe out“ zurück.

Seit 1968 lebt Willem in Frankreich und publiziert seit den 1980er-Jahren unter anderem regelmäßig in der linksliberalen französischen Tageszeitung „Libération“. Ab 1981 war er Redakteur bei „Charlie Mensual“. In „Charlie Hebdo“ verantwortet er bis heute die Rubriken „Revue de Presse“ und „Chez les esthètes“. Daneben hat er bis heute über sechzig Bücher herausgegeben und präsentiert seine Arbeiten in Ausstellungen. Willem erhielt den „Grand prix de l’humour vache“ beim „Salon international du dessin de presse et d’humour de Saint-Just-le-Martel“. 2013 bekam er den Großen Preis der Stadt Angoulême und wurde gleichzeitig mit einer großen Retrospektive gewürdigt. Der renommierte Preis wurde das erste Mal an einen niederländischen Zeichner verliehen.

Seit den Anfängen kämpft Willem mit seinen Zeichnungen gegen gesellschaftliche Zwänge und Autoritäten. Konsequent unangepasst ignoriert er sogar Konventionen wie die Rechtschreibung.

Willem überlebte den Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“, weil er nicht an den Redaktionssitzungen teilnahm.

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