Wolinski, Les ravisseurs sont ravis, No. 1126, 2014

Die Entführer sind entzückt.
 
„Ich bin eine Geisel. Ich wurde gerade entführt. Ich habe keine Ahnung warum. Plötzlich bin ich an der syrischen Grenze: Ich bin nicht einmal Journalist!“
 
„Meine Entführer sind nicht böse. Sie hoffen bestimmt auf Lösegeld. Aber wer wird für mich Millionen von Dollar bezahlen? Ich bin nichts wert!“
 
„Brobi, ya ouldi, wieviel ist es, kadech? Das Lösegeld für mich?“
 
„Alter, du brauchst nicht arabisch zu sprechen. Wir sind Franzosen, wir sind keine Kameltreiber!“
 
„Ihr seid Franzosen! Aber warum seid Ihr hier?“
 
„In Frankreich gibt es keine Jobs für Jugendliche ohne Diplom.“
 
„In der Wüste haben wir unsere Ruhe. Es voll krass einfach nichts zu tun. Wir können kiffen, ohne dass wir die Bullen am Arsch haben.“
 
„Ist euch nicht langweilig? Es gibt noch nicht mal ein Buch in der Gegend.“
 
„Es ist doch viel besser sich zu langweilen als Pizza in die Pariser Vorstadt zu liefern. Eine Geisel zu bewachen ist viel entspannter.“
 
„Die Islamisten geben uns gebratenen Hammel, Kirchererbsensuppe, Datteln … Cool, oder?"
 
„Und Frauen? Fehlt euch das nicht?“
 
„Es ist uns egal, wir sind schwul.“