Wolinski, Le bon, le bien et le mal, No. 923, 2010

Frau: „Sitz doch gerade!“

Frau: „Leg den Käse weg. Das ist abends nicht gut. Und wirklich mein Schatz: Musst du jetzt noch die Flasche Brouilly trinken?“

Frau: „Du stinkst nach Schweiß. Geh duschen!“

Frau: „Du hast einen Fleck auf der Hose!“

Frau: „Vergiss nicht, deine Medikamente einzunehmen. Ich meine es doch nur gut. Ich frage mich, wie du ohne mich leben könntest.“

Mann: „Wie kann man mit so einer Kreatur leben, die einen mit misstrauischen Augen beobachtet und ständig spitze Bemerkungen macht? Unsere Frauen sind hübsch, graziös, intelligent, lieb, vorbildlich und nervig. Ich habe es schon mehrmals geschrieben: ‚Eine Frau, die Sie nicht nervt, ist eine Frau, die Sie nicht liebt.‘ Also dürfen wir uns nicht beschweren.“

Frau: „Ich habe letzte Nacht nicht geschlafen, weil du so laut geschnarcht hast.“ Mann: „Entschuldigung Schatz.“

Frau: „Möchtest du mit mir schlafen?“

Mann: „Das wäre schön.“

Frau: „Das wäre schön! Ihr Männer, denkt nur an das Gute. Was gut ist, ist krankhaft, unmoralisch, gefährlich. Was gut ist, macht dick. Was gut ist, macht den Männer Spaß und tut den Frauen weh… Oh! Du bist aber schwerfällig. Autsch! Du tust mir weh. Sachte… Au! Bring mich nicht zum Orgasmus. Danach kann ich schlecht einschlafen. Nein! Fass meine Brüste nicht an! Gut. Und, kommt das Sperma jetzt? Ah! Ah! Ah! Endlich, es spritzt heraus! Ich höre dein lächerliches ekstatisches Grunzen…“

Frau: „Gute Nacht, Schatz.“

Mann: „Glücklich schlafe ich ein und denke darüber nach, dass das, was für Frauen wichtig ist, nicht wichtig für Männer ist. Was man machen oder nicht machen sollte, denken oder nicht denken sollte, sagen oder nicht sagen sollte. Um sie glücklich zu machen, muss man sie anlügen, verheimlichen, wie schwach, verachtenswert, gemein wir sind. Das ist ein Geheimnis unter den Männern. Dafür hat Gott die Lüge, und die Lüge Gott erfunden.“