Elsa Cayat

Neben ihrer psychologisch-psychiatrischen Arbeit in eigener Praxis war Elsa Cayat auch als Autorin und Kolumnistin tätig. In „Charlie Hebdo“ erschien ihre zweiwöchentliche Kolumne „Charlie Divan“ (angelehnt an die Couch des Psychoanalytikers), in der sie aktuelle gesellschaftliche Themen Probleme behandelte, aber auch den Holocaust thematisierte.

Geboren 1960 im tunesischen Sfax, zog Cayat als Kleinkind mit ihren Eltern in den Vorort von Vincennes. Ihr Vater war Gastroenterologe und bekennender Kommunist, ihre Mutter war Juristin.
In der Zeitschrift „Paris Match“ wurde Cayat als eine der besten Psychoanalytikerinnen der Lacanschen Schule in Paris bezeichnet. Bereits mit 22 Jahren – kurz nach dem Ende ihres Medizinstudiums – erlangte sie beim Pariser Krankenhausverbund den Status einer Interne. Die Pariser Internes bilden die Spitze der medizinischen Elite Frankreichs, der Zugang ist durch eine extrem anspruchsvolle akademische Auslese reguliert.

Elsa Cayat starb am 7. Januar 2015 beim Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“.
Ihre Nichte, Sophie Bramly, erklärte, Cayat habe bereits Monate zuvor Morddrohungen erhalten, in denen sie als „dreckige Jüdin“ beschimpft und aufgefordert wurde, die Arbeit für „Charlie Hebdo“ einzustellen.

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