Cabu

Cabu, mit bürgerlichem Namen Jean Cabut, gehörte zu den bekanntesten Zeichnern Frankreichs. Ein antimilitaristischer und anarchischer Blick auf die Gesellschaft prägte seine Karikaturen und Comics. Eine seiner aufsehenerregendsten Zeichnungen der vergangenen Jahre war die Mohammed-Karikatur, die im Februar 2006 als Reaktion auf den Streit um die Mohammed-Karikaturen als Titelblatt von „Charlie Hebdo“ erschien. Sie zeigte unter der Überschrift „Mohammed von Fundamentalisten überwältigt“ den Propheten mit einer Bombe als Turban. Sein Ausruf: „Es ist hart, von Idioten geliebt zu werden!“ löste große Proteste aus.

Cabu wurde 1938 in Châlons-en-Champagne geboren. Seine ersten Zeichnungen erschienen in einer Schülerzeitung und lokalen Zeitungen, bevor er ein Kunststudium an der École Estienne in Paris absolvierte. Die massive Ablehnung jeglichen Militarismus‘ erklärt sich aus der etwa zweijährigen Dienstzeit in der Armee während des Algerienkrieges in den 1950er Jahren. Cabu wurde während dieser Zeit und in der Folge zum wichtigsten politischen Zeichner Frankreichs. Er veröffentlichte Zeichnungen in der Armeezeitung „Le Bled“ (u. a. in der Serie: „La Fille du colonel“), „Paris Match“ und „l’Enragé“. Seit den 1960er Jahren zeichnete Cabu zunächst für „Hara-Kiri“, dann für die Nachfolgezeitung „Charlie Hebdo“.

Große Bekanntheit erlangte er ab 1962 auch als Comic-Zeichner für die Kultzeitschrift „Pilote“. Der Protagonist in der Serie „Le Grand Duduche“ (ab 1964) war ein Gymnasiast mit Seitenscheitel und Nickelbrille, der nicht nur optisch Cabu ähnelte. Er vertrat ähnliche ökologische und anarchische Ansichten wie Cabu und seine Geschichte besaß autobiografische Züge. Ab 1972 erschien die Serie in „Charlie Hebdo“.

Cabu war für Tageszeitungen wie „Paris Presse“ oder „Le Figaro“, die Zeitschrift „Le Canard enchaîne“ sowie in den 1980er Jahren für verschiedene, französische Fernsehsender tätig, unter anderem zeichnete er live in der Kindersendung „Récré A2“. Einige seiner Serien wie „Le Grand Duduche“ oder „Beauf“ wurden als Comic-Alben publiziert, seine Zeichnungen für „Charlie Hebdo“ erschienen in Sammelbänden. Insgesamt entstanden im Laufe seiner Karriere etwa 50.000 Zeichnungen. 1968 wurde er speziell für seine Pressezeichnungen mit dem „Crayon d‘or“ ausgezeichnet.

Cabu starb am 7. Januar 2015 beim Anschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“.

https://twitter.com/hashtag/cabu

http://www.taz.de/!152598/

http://www.independent.co.uk/news/people/jean-cabut-celebrated-cartoonist-who-encapsulated-charlie-hebdos-anticonformist-antimilitarist-and-antireligious-streak-9966357.html

http://culturebox.francetvinfo.fr/live/documentaire/un-cabu-extraordinaire-209667

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